Photovoltaik

Unter Photovoltaik versteht man die direkte Umwandlung von Strahlungsenergie, vornehmlich der Sonnenenergie, in elektrische Energie.

» Übersicht Einspeisevergütung

» Photovoltaik-Anlagenpass

Die meisten der in Deutschland installierten Photovoltaikanlagen funktionieren problemlos. Gleichwohl gibt es angesichts des starken Marktwachstums und Kostendrucks im Wettbewerb auch eine steigende Zahl von Anlagen die nicht die versprochene Leistung erbringen. Meist sind hier Planungs- und Installationsfehler die Ursache.

Vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) gibt es nun in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSWSolar) einen "Photovoltaik Anlagenpass".

Der Photovoltaik-Anlagenpass verfolgt das Ziel, die Qualität von Komponenten, Planung und Installation von Photovoltaikanlagen zu sichern und wo notwendig zu erhöhen. Hierzu bestätigt der Installateur bei Übergabe der PV-Anlage an den Kunden in einer Selbsterklärung, dass bei der Erstellung die wichtigen technischen Richtlinien berücksichtigt wurden und die PV-Anlage einwandfrei funktioniert.

Der Photovoltaik-Anlagenpass selbst enthält eine Beschreibung der PV-Anlage mit allen relevanten Anlagendaten, Gewährleistungszeiten, Daten zu Standort, Anlagenkäufer und Anlagenverkäufer. Letzterer bestätigt durch Unterschrift, dass die PV-Anlage den Angaben im Anlagenpass entspricht.

Folgende Anlagen sind unverzichtbarer Bestandteil des Anlagenpass:

  1. Beschreibung eingesetzter Komponenten
  2. Informationen zu Planung und Installation
  3. Prüfprotokoll (Messprotokoll) der vor der Übergabe durchgeführten Abnahmeprüfung und
  4. Übersicht der beigelegten Dokumente wie z.B. Datenblätter, Benutzerinformationen, Zertifikate, Garantieerklärungen etc.

Weitere Informationen finden Sie unter » www.photovoltaik-anlagenpass.de

 

» Werkvertrag oder Kaufvertrag: Achtung Gewährleistungsfalle

Der Ausführung von Photovoltaik-/Solarthermie-Arbeiten liegt im Regelfall ein Kaufvertrag mit Montage - kein Werkvertrag - zugrunde. Ihr Verband liefert hierzu die geeignete Vorlage (Vertragsmuster mit Geschäftsbedingungen, siehe nächster Absatz - exklusiv nur für Mitglieder nach Login sichtbar!).
 
Der Formularvertrag Nr. 29 aus der AGB-Mustermappe des ZVEH führt zum Ziel und zu einer erheblichen Entlastung der Unternehmen der Elektrohandwerke. Das BGH-Urteil mit dem Aktenzeichen VIII ZR 76/03 vom 3.3.2004 bringt Klarheit und bestätigt die rechtliche Bewertung in der Branche. Die Entlastungsfolge ist: Anstatt 5 Jahre Gewährleistung nach Werkvertragsrecht nur 2 Jahre nach Kaufrecht - mit der Möglichkeit, im Unternehmerverkehr diese Frist sogar auf nur 1 Jahr zu halbieren.

Vorsicht ist hier angesagt:

  • Keine eigenen Garantiezusagen abgeben!
  • Keine eigenen Ertragsprognosen abgeben!

Die Verbraucher-Organisation, aber auch der Presse, wollen dem Handwerk einreden, dass die Lage vor Ort in Bezug auf "Gewährleistung" und "Garantie" ohnehin klar sei: "Wenn auf dem Dach, also am Bau, gearbeitet wird, dann muss der Handwerker 5 Jahre Gewährleistung 'auf alles' geben, auf die komplette Lohnarbeit und das verarbeitete Material, eben deswegen, weil 'Arbeiten an Bauwerken' i.S. §§ 631 ff BGB vorliegen, damit eine Gewährleistungsfrist von 5 Jahren zum Tragen kommt."

Dies ist nicht der Fall, wenn frühzeitig die eindeutige vertragliche Grundlage geschaffen wird, dass Kaufrecht und nicht Werkvertragsrecht zur Anwendung kommt. Das Formularangebot Nr. 29 des ZVEH hilft dabei und führt zu diesem Ziel. Die Folge ist oben genannt: Die Gewährleistungsfrist läßt sich von 5 Jahren auf 2 Jahre - und im Unternehmerverkehr sogar auf 1 Jahr - begrenzen, ohne dass es einer Individualvereinbarung (fern von AGB) bedarf. Alle unsere Informationen zu diesem Thema - mit praktischen Hinweisen zur individuellen Anwendung - finden Mitglieder exklusiv im nächsten Absatz oder unter > Themen von A-Z > AGB.

Bewußt wurde die Gewährleistungsfrist als Regelfrist (2 Jahre) in den Text des Formularvertrages Nr. 29 nicht aufgenommen. Ein Kunde, der vor Vertragsschluss auf diese kurze Frist hingewiesen wird, könnte abgeschreckt werden und seine Zustimmung zum Vertragsschluss verweigern. Die Angabe der 2-Jahres-Frist ist aus rechtlichen Gründen ohnehin nicht erforderlich, weil sie der gesetzlichen Regelung entspricht. Die Überschrift des Vertrages ist eindeutig und mit dieser Klarstellung auch der Vertragstyp: "Vertrag über den Verkauf und die Montage von photovoltaischen und / oder solarthermischen Anlagen sowie Bestandteilen davon". 

Sie erhalten zum gleichen Thema eine Information, die wir der Fachpresse entnommen haben und ergänzend dazu den Wortlaut des o.a. BGH-Urteils.
Wir zitieren:
 
"Der Bundesgerichtshof (BGH) hat ... in einer sehr bemerkenswerten Entscheidung die Lieferung und Montage einer Solarstromanlage als einen Kaufvertrag mit Montageverpflichtung gewertet. Der BGH führt hierzu aus, es komme für die rechtliche Einordnung des Vertragsverhältnisses als Kaufvertrag (mit Montageverpflichtung) oder als Werkvertrag darauf an, auf welcher der beiden Leistungen bei der gebotenen Gesamtbetrachtung der Schwerpunkt liegt. Dabei ist vor allem auf die Art des zu liefernden Gegenstandes, das Wertverhältnis von Lieferung und Montage sowie die Besonderheiten des geschuldeten Ergebnisses abzustellen."

Die Bewertung des BGH ist erfreulich klar ausgefallen. Die E-Handwerke können Nutzen daraus ziehen. Der ZVEH liefert in der AGB-Mustermappe hierzu das erforderliche Mittel zur rechtlichen Absicherung, das Formular-Angebot Nr. 29 mit dessen AGB. Ausgangslage ist hier die Annahme, dass der Lohnanteil der Gesamtrechnung deutlich geringer ist als der Materialanteil. Sollte sich dieses Verhältnis aufgrund besonderer, individuell-baulicher Gegebenheiten in Richtung Lohnarbeit verschieben, wird die Angelegenheit in Bezug auf den anzuwendenden Vertragstyp ("Kaufvertrag mit Montage oder Werkvertrag?") klärungsbedürftig, aber erst dann.

» BGH-Urteil VIII ZR 76/03 vom 3.3.2004

Quelle: ZVEH

» Freiwillige Garantiezusagen der Hersteller

Garantiezusagen Dritter (z.B. Hersteller)

Selbstverständlich erwachsen dem Handwerker im Regelfall keine direkt wirkenden Verpflichtungen aus den Garantiezusagen Dritter. Die Garantiegeber sind die Hersteller der industriell gefertigten Produkte, die ihre Garantiezusagen in Prospekten und in der Presse bewerben. Der Handwerker ist nicht der Garantiegeber.
 
Hier liegt einerseits Klarheit vor, andererseits aber auch die potentielle Gefahr, durch schnell abgegebene Erklärungen in genau diese Garantie-Verpflichtungen hineinzurutschen. Gleiches bezieht sich auf Ertragsprognosen. Auch hiervon ist abzuraten, unternehmerische Vorsicht und damit Weitsicht geboten. Unsere Begleit-Informationen zum Formularvertrag Nr. 29 weisen darauf hin, sodann ganz bewußt "im öffentlichen Teil", jenem Teil, der dem Kunden vorzulegen ist und der im Original eine drucktechnische Einheit mit dem Vertrag selbst darstellt. Mit dieser Vorgehensweise, diesem Angebot, soll dem Versuch eines Kunden entgegengewirkt werden, später zu behaupten, nicht informiert worden zu sein. In § 10 der vorliegenden AGB (Sach- und Rechtsmängelhaftung) sind weitere abwehrende Regelungen zu finden. Trotz dieser Vorsorge besteht ein Restrisko. Der Grund ist dieser: Individualabreden haben Vorrang vor AGB. Sollte dem Kunden der Nachweis gelingen (gesetzt den Fall), dass entgegen der in Schriftform dargelegten Hinweise der Handwerker im persönlichen Gespräch eigene Zusicherungen abgegeben hat, dann gelten diese Zusicherungen. 

Vorsicht ist hier angesagt:

  • Keine eigenen Garantiezusagen abgeben!
  • Keine eigenen Ertragsprognosen abgeben!

Da im Kundengespräch die Aspekte "Garantiezusagen" und "Ertragsprognosen" kundenseits vermutlich doch angesprochen werden, ist dem E-Handwerker anzuraten, ...

  • bezüglich der Materialauswahl und der bekanntgewordenen Garantiezusagen allein auf Veröffentlichungen der Hersteller zu verweisen und
  • bezüglich der Ertragsprognosen auf allgemein-zugängliche Informationsquellen.

Zu beachten ist, dass über die vertraglichen Hauptpflichten hinaus auch vertragliche Nebenpflichten bestehen, u.a. Informationspflichten. Gundsätzlich sollte hier gewisse Zurückhaltung geübt werden, d.h. die Informationsweitergabe auf das erforderliche Mindestmaß beschränkt bleiben. Unterlagen, die dem Kunden übergeben werden, z.B. Prospekte von Herstellern (mit Hinweisen zu deren Garantieversprechen und der technischen Abwicklung von Garantiefällen), sollten aktuell sein, um zu verhindern, dass dem E-Handwerker ggf. Verschulden aus Falschberatung trifft.

Quelle: ZVEH

» PV Blitz- und Überspannungsschutz

Die elektrotechnischen Innungsbetriebe sind Spezialisten auf dem Gebiet des Blitz- und Überspannungsschutzes von Photovoltaik Anlagen.

Zu diesem Thema wurde vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) und Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) ein Merkblatt für Photovoltaik Installateure erarbeitet.

Das übersichtlich gestaltete und anschaulich bebilderte Merkblatt fasst die gegenwärtig allgemein anerkannten Regeln der Technik und die Empfehlungen von Experten aus der Photovoltaikbranche sowie von Blitzschutzfachleuten, Gutachtern, Versicherern, Wissenschaftlern und Installationsbetrieben zusammen. Die Beschreibungen sollen dem Errichter einer PV-Anlage helfen, grundsätzliche technische Anforderungen bezüglich Blitz- und Überspannungsschutz zu verstehen, um somit Unsicherheiten zu diesem Thema begegnen zu können. Denn bei der Errichtung einer Photovoltaikanlage auf einem Gebäude ohne Äußeres Blitzschutzsystem sind oft nur wenige zusätzliche Maßnahmen erforderlich, die Elektrofachkräfte fachgerecht leisten können.

Das Merkblatt finden Sie » hier.

 

» Photovoltaik nicht auf Asbestdächern!

Eine Informationsbröschüre der Umweltallianz Hessen herausgegeben vom Hessischen Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz gibt wichtige Hinweise zum Thema Photovoltaik auf asbesthaltigen Dächern.

Die Gefahrstoffverordnung stellt klar, dass Photovoltaikanlagen nicht auf asbesthaltigen Dacheindeckungen montiert werden dürfen.

Hierbei spielt zum einen die Gefahr, dass die krebserregenden Asbestfasern bei der Montage der Anlage freigesetzt werden, eine große Rolle.
Darüber hinaus besteht basierend auf der Gefahrstoffverordnung ein generelles Überdeckungsverbot von Asbestzementdächern. (Anhang IV, Nr. 1 Abs. 2 Ziffer 2).

Die vorherige Entfernung der Eindeckung durch einen sachkundigen Fachbetrieb
nach TRGS 519 und die anschließende Neueindeckung ist daher dringend erforderlich.

Die Broschüre "Sonnenenergie nutzen ...aber bitte nicht auf Asbest!" der Umweltallianz Hessen finden sie » hier zum Download.

 








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