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15.12.2020

"Als Mr. Handwerk würde ich mich dafür einsetzten, dass unsere tollen Berufe noch viel bekannter werden“

Sein Motto ist „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“. Einen neuen Weg beschreitet der 29-jährige Dominik Tietz jetzt mit seiner Teilnahme an dem Wettbewerb „Germany’s Power People“. Jedes Jahr werden bei diesem Miss und Mister Handwerk gewählt. Aktuell ist der Königsfelder (Innung Ahrweiler) auf Platz zwei. Zeit, mit Ihm über seine Teilnahme und das E-Handwerk zu sprechen.

Hofft auf den 1. Platz bei der Wahl zum Mr. Handwerk: Dominik TietzBild: Privat

Herr Tietz,Sie sind Elektriker und Jungunternehmer. Wie kam es zu Ihrer Teilnahme zum Mr.Handwerk?
Die Handwerkskammer Koblenz hat für den Wettbewerb „Germany’s Power People“, bei dem jedes Jahr Miss und Mister Handwerk gewählt werden, geworben. Ich fand die Idee sehr gut und dachte, ich bewerbe mich einfach mal.

Wie haben Ihre Familie und Freunde auf Ihre Teilnahme reagiert?
Die Reaktionen auf meine Teilnahme waren sowohl in meiner Familie als auch in meinem Freundeskreis durchweg positiv. Selbst Leute, die ich nicht kannte, haben mich auf meine Wahl angesprochen. Das hat mich zusätzlich angespornt und mich darin motiviert, für meine Abstimmung bei der Wahl zu werben.

Haben Sie zuvor schon mal an so einer Wahl teilgenommen?
Nein, es ist das erste Mal, dass ich an einer solchen Wahl teilnehme. Es ist eine großartige Erfahrung, die mir sehr viel Spaß macht.

Was sollte ein Mr.Handwerk Ihrer Meinung nach für Qualitäten haben?
Er sollte vom Typ her ein „Macher“ sein und sich und das Handwerk repräsentieren können. Außerdem sollte man keine Scheu haben sich aktiv um seinen öffentlichen Auftritt zu kümmern. Beide Eigenschaften bringe ich mit. Daher denke ich, bin ich für den Titel bestens geeignet.

WiesindSiezuIhremBeruf gekommen?
Ich habe in der Werkstatt meines Vaters schon immer gerne an alten Stereoanlagen rumgebastelt. Als ich dann in dem Betrieb der Eltern eines Klassenkameraden für eine Woche in den Beruf des Elektronikers Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik hineinschnuppern durfte, habe ich gemerkt, „das ist es“. Seither fließt Strom in meinen Adern.

HabenSie ein Lieblingsthema?Sind Sie auf ein Thema spezialisiert?
Ganz klar Smart Home und E-Mobilität. Diese beiden Schwerpunktthemen sind auch die Gründe, warum ich mich selbstständig gemacht habe. Beide Bereiche bieten einfach unglaublich viel Zukunftspotenzial. Daran wollte ich einfach teilhaben. Der Schritt in die Selbständigkeit war für mich nur konsequent. Wer nichts probiert, kann schließlich nichts gewinnen.

Warum fälltes nach Ihrer Einschätzung heute vielen Jugendlichen so schwer, sich für einen Handwerksberuf zu entscheiden?
Ich glaube es fällt Jugendlichen generell schwer, sich für einen Beruf zu entscheiden. Was mir im Vergleich zu anderen Branchen jedoch auffällt, ist, dass andere Branchen selbstbewusster an ihre Nachwuchssuche herangehen. Beispielsweise der Bankensektor. Hier wird bereits im November des Vorjahres
angefangen, nach Azubis zu suchen. Wir im Handwerk starten mit der Suche traditionell erst Ende Mai. Zu diesem Zeitpunkt haben viele gute Azubis jedoch schon woanders ihren Vertrag unterschreiben.

Glauben Sie,dass sich auch bei denEltern die Einstellung ändern muss?
Dass Eltern denken, dass nur ein Studium eine sichere Zukunft ermöglicht, ist glaube ich eines der größten Probleme schlechthin. Über Erfolg oder Nicht-Erfolg entscheiden letztlich nicht die Schulnoten, sondern Motivation, gesunder Menschenverstand und der Wille, etwas aus seinem Leben zu machen. Die Aufgaben des Handwerks haben sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. In der Öffentlichkeit werden unsere Berufe jedoch noch immer als anspruchslose Tätigkeiten dargestellt. Hier muss dringend mit einem anderen Image gegengesteuert werden.

Was kann man machen, damit sich das Bild vom Handwerk wieder ändert?
Viele Junghandwerker haben die Zeichen der Zeit erkannt. Sie präsentieren sich modern und innovativ und nutzen die Sozialen Medien. Positiv wirkt sich hier auch der Fachkräftemangel aus. Denn jemand, der rar ist, erhält mehr Wertschätzung. Ich selbst stelle inzwischen eine Art Dankbarkeit bei den Kunden
fest. Daher denke ich, dass sich das Bild des Handwerkers auch durch den Fachkräftemangel ändern wird.

Die Meisterausbildung ist gleichgesetzt mit einem Bachelorabschluss und berechtigt zu einer weiteren Ausbildung an der Universität. Wird der Akademisierungswahndamit nicht fortgesetzt?
Ich denke, dass die wenigsten, die es bis zum Meister geschafft haben, danach noch studieren. Ein Studium kostet Zeit und Geld. Die Gehaltsunterschiede zwischen einem Ingenieur und einem Elektromeister sind jedoch nicht so hoch. Am Ende zahlt sich der Meister hier deutlich mehr aus.

Wie hat sich die Lage bei Ihnen im Betrieb seit Ausbruch der Corona-Pandemie verändert?
Während des ersten Lockdowns ist die Nachfrage für zwei, drei Wochen teils massiv eingebrochen. Danach ging es wieder nach oben. Viele Kunden waren im Homeoffce und
konnten sich mit ihrer Elektroinstallation beschäftigen. Hierdurch habe ich viele neue Aufträge erhalten. E-Handwerker sind systemrelevant. Das macht sich gerade jetzt in der Pandemie deutlich bemerkbar.

Was bedeutet die Innungsmitgliedschaft für Sie?
Zur Innung und ihren Aufgaben bin ich über meinen letzten Arbeitgeber gekommen. Dieser hat mich auch darin motiviert und unterstützt selbst aktiv zu werden. So war ich beispielsweise im Prüfungsausschuss und habe regelmäßig an den Innungsveranstaltungen teilgenommen. Die Aufgabe hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass ich mich bald wieder tatkräftig einbringen kann.


Falls Sie gewinnen,was werden Sie aus Ihrem Titel machen?
Als Mr. Handwerk würde ich mich dafür einsetzten, dass unsere tollen Berufe noch viel bekannter werden. Schon heute gehe ich beispielsweise regelmäßig in Schulen und informiere über die Ausbildungsberufe im E-Handwerk. Jugendlichen, die noch nicht genau wissen, was sie beruflich einmal machen wollen, möchte ich meine Begeisterung für das E-Handwerk näherbringen. Ich denke, eine bessere Investition in die Zukunft kann es kaum geben.

 

Stimmen Sie für Dominik Tietz als unseren Mr. Handwerk ab unter:
www.germanyspowerpeoplede/kandidat/dominik-tietz

 

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