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20.04.2018

Ausbildung: Auch mal neue Wege gehen

Vom FEHR organisierte Podiumsdiskussion zum Thema Fachkräftemangel und Ausbildung im Rahmen der Light+Building 2018.

Katie Gallus, Andreas Heinzelmann, Matthias Schauer und Yonatan Worke (Bild: Pamela Schröder, FEHR)
Alle Teilnehmer stellen sich den Fragen der Zuhörer (Bild: Pamela Schröder, FEHR)

Teilnehmer der Podiums waren Andreas Heinzelmann (Unternehmer und Ausbildungsbeauftragter Innung Frankfurt), Yonatan Worke (ehemaliger Praktikant und jetzt Azubi), Oliver Flaß (Ausbildungsberater HWK Frankfurt-Rhein-Main), Said Bousfia (Willkommenslotse HWK Frankfurt-Rhein-Main), Rosalie Hubo (Arbeitsagentur Mainz) und Heike Farr (Gesellschaft für Jugendbeschäftigung). Eingebettet waren die einzelnen Experten und Gäste in ein Gespräch zwischen FEHR-Berater Matthias Schauer und Moderatorin Katie Gallus.

Im Gespräch mit Moderatorin Katie Gallus und Organisator der Diskussion FEHR-Berater Matthias Schauer berichtete Andreas Heinzelmann, wie die Innung die Mitgliedsbetriebe im Bereich der Ausbildung unterstützt (u.a. Organisation der Ausbildung, Moderation von Streitigkeiten zwischen Azubi und Betrieb, Besuch von Schulen, Ausbildungsmessen, Ausbildungs-Anhänger, Azubi-Begrüßung (Start-up)).

Nachdem Matthias Schauer verdeutlichte, dass der Fachkräftemangel wie eine Zeitbombe in den kleineren Betrieben tickt und Ausbildung der einzige vernünftige Weg ist, zukünftigen Fachkräftebedarf abzusichern.Er empfahl, bei der Auswahl nicht die Besten zu nehmen, sondern die Kandidaten, die vermutlich ihre Zukunft im Handwerk sehen und lieber hier mehr Unterstützung leisten. Bei drohendem Abbruch nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen, sondern auch um lohnende Talente zu kämpfen (mit Unterstützung der HWK, der ausbildungsbegleitenden Hilfen).

Es geht auch um die intensive Betreuung im Betrieb (erster Tag, regelmäßige Kommunikation, Qualität der Ausbildung) und den aufgebauten Ruf als guter Ausbildungsbetrieb und guter Arbeitgeber.

Aus dem eigenen Betrieb hatte Andreas Heinzelmann Azubi Yonatan Worke mitgebracht. Aus Eritrea geflüchtet, suchte er nach einem halben Jahr ein Praktikum im Elektrobereich. Nach 40 Absagen bekam er von Elektro Ehinger die erste Einladung zum Gespräch mit den Geschäftsführern und eine Stelle für ein Praktikum.

Das lief so gut, dass Yonatan jetzt Azubi ist, die Hälfte der Ausbildung bereits absolviert hat und motiviert daran arbeitet, die Ausbildung in seinem Traumberuf erfolgreich abzuschließen. Er spricht schon sehr gut deutsch und machte seine Sache bei der Podiumsdiskussion so gut, dass er sich den donnernden Applaus der Zuhörer verdiente.

Vielleicht sollten mehr Betriebe auf die Motivation der Jugendlichen schauen und lieber etwas mehr Zeit in fachliche Unterstützung (Vorbereitungskurs, Einstiegsqualifizierung, Praktikum etc.) investieren. Unterstützung gibt es bei verschiedenen Institutionen. Erstanlaufstellen sollten der Fachverband, die Innung oder Handwerkskammer (Ausbildungsberatung, Willkommenslotse) sein.

Ansprechpartner

Betriebswirtschaft / Internet / Betriebsberatung
Matthias Schauer

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